lippeverband
.wasserstand

Hintergrund zur Arbeit:

Bis ins 19te Jahrhundert hinein ist die Flusslandschaft des nördlichen Ruhrgebiets durchzogen von natürlichen Auen mit geringer Besiedelung. Die Lippe, Emscher und ihre Nebenläufe sind Flüsse mit schwachem Gefälle und langsamer Fließgeschwindigkeit. Schon in ihrem Naturzustand neigen sie dazu, ihre Umgebung zu überschwemmen.

Mit dem Aufkommen der industriellen Revolution expandiert der lokale Bergbau jenes Jahrhunderts massiv. Ein Absinken des Erdbodens – Gebietsweise bis zu 30 Meter – wie es in Bergbaugebieten an der Tagesordnung ist, führt unweigerlich dazu, dass sich große, mit Wasser gefüllte Mulden bilden und der geregelte Abfluss des Wassers zum Rhein hin ganz zum Erliegen kommt. Parallel nimmt die Bevölkerungsdichte erheblich zu und leitet ihre Abwässer in die betroffenen Flüsse. Überschwemmungen werden zum Regelfall; faulende Abwässer in überfluteten Senken führen zu untragbaren hygienischen Zuständen. Cholera- und Typhusepidemien sind die Folge.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Anforderungen der industriellen Fertigung gerecht zu werden, wird der Umbau der Flüsse beschlossen. Anfang des 20 Jahrhunderts werden Emschergenossenschaft und Lippeverband gegründet – als erste deutsche Wasserverbände. Die betroffenen Flusssysteme werden begradigt, vertieft und eingedeicht. Mancherorts entstehen komplett betonierte Kanäle. In stark abgesackten Zonen werden Pumpwerke eingerichtet. Ihre – bis zu 20 Meter in die Tiefe reichenden – Pumpen kümmern sich um die Entwässerung kritischer Areale. Nach und nach werden Überschwemmungsräume beseitigt, sodass das Abwasser oberirdisch abfließen kann. Der natürliche Verlauf der Wasserwege weicht einer dem Fortschritt geschuldeten Funktionalität.

Mit der Einstellung des Ruhrbergbaus 2018 wird der Weg zum unterirdischen Abwassertransport geebnet, da keine gravierenden Bergsenkungen mehr befürchtet werden. Die auf Funktionalität ausgelegte Landschaft der betroffenen Flüsse wandelt sich nach einem erneuten Umbau zu naturnahen Gewässern. Der Prozess des „Wasser-Bergauf-Beförderns“ allerdings wird fortgeführt, da anderenfalls große Areale im Umkreis der Flusssysteme der Überflutung anheim fallen werden.

Emschergenossenschaft

341 km bewirtschaftete Wasserläufe
219 km Abwasserkanäle
132 Pumpwerke
Anteil der durch Pumpwerke entwässerten
Fläche im Gesamtgebiet: 38 %

Lippeverband

395 km bewirtschaftete Wasserläufe
993 km Abwasserkanäle
220 Pumpwerke
Anteil der durch Pumpwerke entwässerten
Fläche im Gesamtgebiet: 15,7 %

Bis ins 19te Jahrhundert hinein ist die Flusslandschaft des nördlichen Ruhrgebiets durchzogen von natürlichen Auen mit geringer Besiedelung. Die Lippe, Emscher und ihre Nebenläufe sind Flüsse mit schwachem Gefälle und langsamer Fließgeschwindigkeit. Schon in ihrem Naturzustand neigen sie dazu, ihre Umgebung zu überschwemmen.

Mit dem Aufkommen der industriellen Revolution expandiert der lokale Bergbau jenes Jahrhunderts massiv. Ein Absinken des Erdbodens – Gebietsweise bis zu 30 Meter – wie es in Bergbaugebieten an der Tagesordnung ist, führt unweigerlich dazu, dass sich große, mit Wasser gefüllte Mulden bilden und der geregelte Abfluss des Wassers zum Rhein hin ganz zum Erliegen kommt. Parallel nimmt die Bevölkerungsdichte erheblich zu und leitet ihre Abwässer in die betroffenen Flüsse. Überschwemmungen werden zum Regelfall; faulende Abwässer in überfluteten Senken führen zu untragbaren hygienischen Zuständen. Cholera- und Typhusepidemien sind die Folge.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Anforderungen der industriellen Fertigung gerecht zu werden, wird der Umbau der Flüsse beschlossen. Anfang des 20 Jahrhunderts werden Emschergenossenschaft und Lippeverband gegründet – als erste deutsche Wasserverbände. Die betroffenen Flusssysteme werden begradigt, vertieft und eingedeicht. Mancherorts entstehen komplett betonierte Kanäle. In stark abgesackten Zonen werden Pumpwerke eingerichtet. Ihre – bis zu 20 Meter in die Tiefe reichenden – Pumpen kümmern sich um die Entwässerung kritischer Areale. Nach und nach werden Überschwemmungsräume beseitigt, sodass das Abwasser oberirdisch abfließen kann. Der natürliche Verlauf der Wasserwege weicht einer dem Fortschritt geschuldeten Funktionalität.

Mit der Einstellung des Ruhrbergbaus 2018 wird der Weg zum unterirdischen Abwassertransport geebnet, da keine gravierenden Bergsenkungen mehr befürchtet werden. Die auf Funktionalität ausgelegte Landschaft der betroffenen Flüsse wandelt sich nach einem erneuten Umbau zu naturnahen Gewässern. Der Prozess des „Wasser-Bergauf-Beförderns“ allerdings wird fortgeführt, da anderenfalls große Areale im Umkreis der Flusssysteme der Überflutung anheim fallen werden.

Emschergenossenschaft

341 km bewirtschaftete Wasserläufe
219 km Abwasserkanäle
132 Pumpwerke
Anteil der durch Pumpwerke entwässerten
Fläche im Gesamtgebiet: 38 %

Lippeverband

395 km bewirtschaftete Wasserläufe
993 km Abwasserkanäle
220 Pumpwerke
Anteil der durch Pumpwerke entwässerten
Fläche im Gesamtgebiet: 15,7 %

temporärer Kunstraum – Pumpwerk Lünen Süggelbach, 2012

dauerhafte Hängung, ab 2014

temporärer Kunstraum – Pumpwerk Lünen Süggelbach, 2012

dauerhafte Hängung, ab 2014